Radfahren lohnt sich – auch im Herbst

Mit dem Abschluss von Tirol radelt 2026  ist die Radsaison nicht zu Ende! Auch im Herbst lässt sich das Fahrrad gut in den Alltag integrieren. Vor allem kurze Strecken zählen: Wer das Auto öfter stehen lässt, bringt Bewegung in den Tag, spart teure Spritkosten und ist an der frischen Luft unterwegs. Gleichzeitig vermeidest du CO₂-Emissionen und leistest einen wichtigen Beitrag für unser Klima.

Regelmäßiges Radfahren stärkt das Herz-Kreislauf-System und kann das Immunsystem unterstützen. Laut VCÖ wirkt sich Bewegung außerdem positiv auf das Wohlbefinden aus. Gerade in der kälteren Jahreszeit lohnt es sich, weiterhin aktiv zu bleiben - Winterblues adé!

Damit du gut durch Herbst und Winter kommst, haben wir die wichtigsten Tipps für dich zusammengestellt.

Sehen und gesehen werden: Mach dich sichtbar!

Im Herbst wird es früher dunkel. Dazu kommen Regen, Nebel und schlechte Sichtverhältnisse. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann von anderen Verkehrsteilnehmenden leichter übersehen werden. Umso wichtiger ist es, selbst gut zu sehen und rechtzeitig gesehen zu werden.

Wie viel die richtige Ausstattung ausmacht, zeigt das Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI): Fußgänger mit reflektierenden Materialien sind im Abblendlicht eines Autos bereits aus 160 Metern Entfernung sichtbar. Dunkel gekleidete Personen werden dagegen oft erst aus 30 Metern erkannt.

Mit diesen einfachen Maßnahmen erhöht ihr eure Sichtbarkeit:

  • Licht einschalten: Verwende bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht immer Vorder- und Rücklicht. Kontrolliere regelmäßig, ob beide funktionieren und ausreichend geladen sind.
  • Reflektoren nutzen: Reflektoren am Fahrrad sind Pflicht! Reflektierende Elemente an Jacke, Hose, Schuhen oder Rucksack helfen anderen, dich rechtzeitig zu erkennen. 
  • Helle Kleidung tragen: Eine helle Jacke macht dich besser sichtbar. Noch besser ist die Kombination mit reflektierenden Materialien.
  • Licht und Reflektoren sauber halten: Schmutz und Nässe können ihre Wirkung beeinträchtigen. Reinige sie regelmäßig.

Ist dein Fahrrad richtig ausgestattet?

In Österreich muss ein Fahrrad über eine entsprechende Sicherheitsausstattung verfügen. Dazu gehören unter anderem zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine Klingel sowie vorgeschriebene Rückstrahler. Bei Dunkelheit, Dämmerung und schlechter Sicht brauchst du zusätzlich eine funktionierende Beleuchtung.

Achte auf folgende Ausstattung:

  • Rückstrahler: vorne weiß, hinten rot - das ist Pflicht!
  • Licht: weißes Licht vorne, rotes Rücklicht hinten. Bei Tageslicht und guter Sicht dürfen sie ausgeschaltet bleiben.
  • Reflektoren: an den Pedalen und seitlich an den Reifen ("Katzenaugen" oder alternativ reflektierende Reifen).

Die genauen Anforderungen findest du in der österreichischen Fahrradverordnung.

Checke dein Fahrrad regelmäßig: Funktionieren die Lichter? Sind die Bremsen in Ordnung? Sind die Reifen ausreichend aufgepumpt? 

Nasses Laub und rutschige Straßen: Fahre vorausschauend

Nicht nur die Dunkelheit macht das Radfahren im Herbst anspruchsvoller. Nasses Laub, Regen und feuchte Straßen können die Fahrt ebenfalls erschweren. Besonders auf Straßenbahnschienen, Kanaldeckeln, Bodenmarkierungen und in Kurven ist Vorsicht angesagt.

Damit du sicher unterwegs bist:

  • Passe deine Geschwindigkeit an: Fahre bei Nässe langsamer und halte mehr Abstand.
  • Bremse und lenke sanft: Vermeide abrupte Bewegungen auf rutschigem Untergrund. Überquere Schienen möglichst in einem weiten/rechten Winkel.
  • Prüfe Reifen und Bremsen: Ausreichendes Reifenprofil und gut funktionierende Bremsen sind jetzt besonders wichtig.
  • Trage einen Helm: Er kann bei einem Sturz vor schweren Kopfverletzungen schützen.
  • Plane etwas mehr Zeit ein: So kommst du entspannter ans Ziel und musst nicht hetzen.

Warm bleiben mit dem Zwiebelprinzip

Morgens ist es kalt, am Nachmittag kann es noch angenehm warm sein. Und wer mit dem Rad bergauf fährt, kommt schnell ins Schwitzen. Mit mehreren dünnen Kleidungsschichten bist du für die Temperatur-Unterschiede gut gerüstet.

So funktioniert der Zwiebel-Look:

  • Erste Schicht: Eine atmungsaktive Schicht transportiert Feuchtigkeit vom Körper weg.
  • Zweite Schicht: Ein Pullover oder eine leichte Fleecejacke hält dich warm.
  • Äußere Schicht: Eine wind- und wasserabweisende Jacke schützt vor kalter Luft und Regen. Auch Regenhosen sind praktisch.

Zieh dich nicht zu warm an - beim Radfahren wird dir ohnehin wärmer. Handschuhe, Schal, warme Socken und eine Haube unter dem Helm schützen besonders empfindliche Körperstellen. Achte darauf, dass deine Kleidung weder die Sicht noch das Bremsen und Lenken einschränkt.

Licht an, warm einpacken und losradeln! 

Mit der richtigen Vorbereitung bleibt das Fahrrad auch in der dunklen Jahreszeit ein praktischer Begleiter im Alltag.